Startup

Ein Startup gründen: Aus den Startlöchern kommen

Facebook, Xiaomi, TikTok und Pinterest – selbst die Großen haben einmal klein angefangen. Mit der Existenzgründung eines eigenen Unternehmens ist der Sprung in die Selbständigkeit gewagt. Dafür braucht es aber erstmal eine große Portion Einfallsreichtum.

 

Wer eine neue Firma gründet, hat meist schon eine Idee vorzuweisen; weiß aber manchmal nicht wie diese umzusetzen ist. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie mehr darüber, wie man ein Startup erfolgreich gründet. Mit den passenden Tipps wird der Aufbau Ihres Unternehmens leicht und verständlich erklärt. 

 

Wissenswertes vor dem ersten Start

Zu den erfolgreichsten Start-Ups der Welt gehören unter anderem amerikanische und chinesische Firmen wie beispielsweise Snap Inc. (früher: Snapchat Inc.) und DiDi Chuxing Technology Co. Aber auch die 2013 gegründete Firma Oyo Rooms aus Indien konnte zu einem erfolgreichen Unicorn aufsteigen. Mit dieser Bezeichnung werden Unternehmen betitelt, die in ihrer Unternehmensbewertung einen Wert über eine Milliarde Dollar aufweisen. Den Gründern ist es gelungen in eine Marktlücke vorzudringen oder ihr Konzept so umzusetzen, dass sie die Bedürfnisse ihrer Kunden und Nutzer bei Weitem übertreffen konnten. 

 

Laut einem Artikel aus dem März 2021 auf Statista.com geht hervor, dass das Alter von durchschnittlichen Start-ups in Deutschland 2,5 Jahre beträgt. Dabei waren ca. 14,3 Mitarbeiter angestellt und nur zu 1,7% waren die Firmen in der Textilbranche vertreten. Aus weiteren Studien lassen sich folgende Beobachtungen feststellen:

 

  • Die Gründer waren 2020 zu 84% männlich und zu ca. 16% weiblich.

  • Die meisten befanden sich bis 2019 zu 47,5% in einem Alter zwischen 25 und 34 Jahren.

  • Sie hatten 2017 zu ca. 92% die deutsche Staatsangehörigkeit.

 

Der Trend hat sich bei diesen Auswertungen in den Vorjahren nur leicht bis gar nicht verändert. Start-ups sind Firmen, die als hochinnovativ gelten, wenn ihr Bestehen jünger als 10 Jahre ist.

Welche Schritte sind bei der Gründung eines Startups zu gehen?

Wenn der Weg nach oben steinig wird, sollte man den einen Fuß langsam nach den anderen setzen. Dazu gehört ein durchdachtes und strukturiertes Vorgehen. Mit den folgenden Schritten überwinden Sie die ersten Hindernisse und sorgen für mehr Wachstumspotenzial.

 

Step 1: Eine Idee haben

Um einen klugen Einfall zu haben, bieten sich Kreativitätstechniken an. Dazu gehören Brainstormings, Brainwalkings und Brainwriting-Pools. Ein gutes Gespür für den Markt und die Zukunft ist von Vorteil, um in Erfahrung zu bringen, was die Menschen zur aktuellen Zeit oder in Zukunft benötigen. Dafür bietet sich beispielsweise die Analogietechnik an. Um etwas Neues zu kreieren, beobachten Sie doch einfach mal Ihre Umwelt und die Natur. So ist zum Beispiel das Flugzeug entstanden, weil die Menschen sich am Körperbau von Vögeln orientiert haben. Durch Scribbeln visualisieren Sie etwas, wodurch weitere Einfälle entstehen können. Dazu kritzelt man direkt und spontan etwas auf ein Blatt und schaut, welche konkreten Visualisierungen sich weiter daraus ergeben. Träume sind neben der Wachwelt eine Möglichkeit, um Ideen direkt aus dem Schlaf zu holen. Albert Einstein hatte zum Beispiel einen Traum, in dem er mit einem Schlitten in Lichtgeschwindigkeit durch das Universum raste. Das löste in ihm den Drang aus, sich mit physikalischen Phänomenen zu beschäftigen.

 

Step 2: Ein Geschäftsmodell entwickeln

Ein Plan muss langfristig umsetzbar sein. Es nützt nichts unendliche Einfälle zu haben, die bloß eine Traumvorstellung bleiben. In einem Businessplan geht es um Fragestellungen, die gleichzeitig beantwortet werden. Womit sollen Gewinne erzielt werden und warum wird mit etwas Umsatz gemacht? Dazu gehört auch die Marktbeobachtung, um festzustellen welcher Kunde angesprochen wird und was sich dieser vom Unternehmen verspricht. Aus dem Plan leitet sich ab, ob die Firma langfristig wirtschaftlichen Erfolg erzielt.

 

Step 3: Marktanalyse & Konkurrenzanalyse

Wer konkurrenzfähig sein möchte, muss seine Gegner bestens kennen. Auch beim Vorstoß in eine Marktlücke hilft die Marktanalyse zielsicher die künftigen Entwicklungen auf den Märkten besser abzuschätzen. Sie ist aus folgenden Gründen lohnenswert:

 

  • Zahlen, Daten und Fakten belegen Faktisches 

  • Marktpotenziale werden früh erkannt

  • Verschafft einen Überblick über Konkurrenzprodukte und -Dienstleistungen

 

Bei der Konkurrenzanalyse wird der Fokus noch weiter verschärft:

 

  • Auflistung geschäftsrelevanter Informationen über direkte und indirekte Konkurrenten

  • Stärken und Schwächen der Gegner herausfinden

  • Sich einen Wettbewerbsvorteil ermitteln

 

Die Aufmerksamkeit sollte dabei auf aktuelle Hauptkonkurrenten gelegt werden, bevor es dann um potenzielle Nebenkonkurrenten geht.

 

Step 4: Einen Businessplan erstellen

Ein Plan für das Geschäft lässt sich auf verschiedene Weise einsetzen. Als Leitfaden dient er zur internen Übersicht, wenn es um die Verwirklichung der Geschäftsidee geht. Es ist auch ein Geschäftsplan, der eine zuverlässige Quelle für eine externe Person oder einer Einrichtung wie einem potenziellen Investor, Geschäftspartner und einer Bank ist. Diese hinterfragen des Öfteren die aktuellen Daten und Zahlen. Letztendlich lässt sich der Plan auch als variabler Fahrplan einsetzen, der mit den Marktveränderungen angepasst werden kann.

 

Step 5: Kapital 

Um eine Firma zu errichten, ist ausreichend Kapital notwendig. Dafür muss die Finanzierung entweder von außen oder von innen kommen. Kommt sie von innen, ist die Firma selbst und direkt an ihr beteiligt. Von außen gibt es Beteiligungs-, Fremd- und Kreditfinanzierungen. Beim Fremdkapital unterscheidet man noch in kurzfristig, mittelfristig und langfristig. Das bedeutet, dass Verpflichtungen gegenüber Anderen in einem bestimmten Zeitraum eingehalten werden müssen. 

 

Step 5.1: Allgemeine Finanzierungsmöglichkeiten

Bei der Außenfinanzierung kommen zahlreiche Möglichkeiten infrage. Der allgemeine Weg geht über Investoren. Diese können sich auch bei anderen Finanzierungsformen und Hilfen beteiligen:

 

  • Beratungsförderung

  • Einstiegsgeld

  • Crowdfunding

  • Gründerwettbewerbe

  • Gründungszuschüsse

  • INVEST – Zuschuss für Wagniskapital

  • Mikromezzaninfonds Deutschland

 

Beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) lassen sich weitere Infos zu verschiedenen Förderungen finden. In den 16 Bundesländern ist es nämlich unterschiedlich geregelt, für wen und wann es Förderungen gibt. Neben einem staatlichen bietet sich ebenfalls ein privater Investor (Business Angel) an. Wenn es mit einem Investor mal nicht klappen sollte, kann dafür ein anderer sein Kapital zur Verfügung stellen.

 

Step 5.2: Spezielle Finanzierungsmöglichkeiten

Für unterschiedliche Bereiche und Sparten gibt es die Möglichkeit sich auf spezielle Weise Kapital zu besorgen:

 

  • High-Tech Gründerfonds (HTGF): Firmen aus dem Bereich Technologie können sich an diesen Fond richten. Eine Investition bis zu 3 Millionen Euro ist möglich.

  • EXIST – Gründerstipendium: Studierende, Absolventen und Wissenschaftler bekommen finanzielle Unterstützung, wenn sie technologische Ideen, die auf wissenschaftlichen Grundlagen aufbauen, in ein neues Projekt umsetzen wollen.

 

Step 6: Rechtsform

Mit dem Aufbau der Firma wächst auch die rechtliche Verantwortung. Es fängt schon dabei an, ob eine Personengesellschaft oder eine Kapitalgesellschaft gegründet wird. Bei der ersten Variante haftet der Gesellschafter uneingeschränkt mit seinem Privatvermögen. Bei der zweiten Form haftet man mit dem gemeinschaftlichen Vermögen. Dabei gilt das Stammkapital als Gründungsvoraussetzung. Es kommen verschiedene Rechtsformen infrage wie zum Beispiel:

 

  • GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)

  • GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)

  • GmbH & Co. KG (Kapital- und Kommanditgesellschaft)

  • UG (Unternehmergesellschaft)

  • SE (Europäische Aktiengesellschaft)

 

Zu Anfang wird oft die GbR für Startups genutzt, da für diese Form nur mindestens zwei Personen notwendig sind. Allerdings ist es schwieriger einen Investor zu bekommen, da dieser sich ebenfalls haftbar macht. Anders sieht es für einen Investor bei der GmbH  aus, da es hier nur eine beschränkte Haftung gibt.

 

Motivationen für die Firmengründung 

Welche Motivationen tauchen eigentlich bei der Firmengründung auf? Mit den richtigen Reizen fällt der Weg in die Selbständigkeit leichter:

 

  • Die Verwirklichung der Businessidee

  • Glaube an Wachstumspotenzial 

  • Überzeugung vom Geschäftskonzept

  • Eigene Interessen decken sich mit dem Beruf

  • Verantwortungsbereitschaft

  • Man möchte sein eigener Chef sein

 

Wenn diese Motivationen nur von kurzer Dauer sind, wirkt sich das auch auf die spätere Firma aus. Nur wer langfristig hinter seinen Motivationen und Zielen steht, kann weitere Energie in seine Firma einfließen lassen.



Fazit

Bevor Sie ein Unternehmen anmelden und aufbauen, sollten Sie einen konkreten Einfall haben, den Sie durch Planung umsetzen und als ein Modell aufschreiben. Die Beobachtung der Konkurrenz und des Marktes helfen bei der Erstellung eines detaillierten Businessplans. Dadurch wird es einfacher einen potenziellen Investor zu überzeugen, der Ihnen genügend Startkapital bereitstellt. Es kommt auch darauf an, um welche Form des Rechts es sich handelt, um verschiedene Bedingungen und Voraussetzungen zu beachten.

 

Bei jedem Schritt sollte die Motivation, die ein potenzieller Unternehmer zu Anfang hat, in der Zukunft beibehalten werden. Mit einem klaren Ziel und der Motivation weiterzumachen, steigt die Chance, dass die Firma langfristig bestehen bleibt.

 

Wollen Sie Ihre Arbeit nicht nur in der neu gegründeten Firma ausrichten, sondern auch in den Räumlichkeiten von MailboxNow? In München und Berlin bekommen Sie in einer ruhigen Wohlfühlatmosphäre die Gelegenheit dazu. Planen Sie den Aufbau Ihres Unternehmens oder entwickeln neue Projektideen. Bei Fragen zur Ausstattung bieten wir gerne unsere Beratung an und teilen unser Wissen.